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Magersüchtige-schlank bis in den Tod

od eines Models schockiert Brasilianer
Viele Brasilianer haben nach dem Tod des magersüchtigen Models Ana Carolina Reston das Schönheitsideal der Modebranche kritisiert. Sie halten es zudem für falsch, dass Models immer früher in den Beruf einstiegen. Inzwischen arbeiteten bereits 13-Jährige vor den Kameras.

Rio de Janeiro - Das 21-jährige Model war vor drei Wochen, einen Tag vor einem geplanten Foto-Shooting in Paris, mit einer Blasen- und Leberinfektion in São Paulo in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Bei einer Größe von 1,73 Metern wog Ana Carolina Reston 40 Kilo. Todesursache war Presseberichten zufolge allgemeines Organversagen. Ihre Widerstandskräfte reichten nicht mehr aus, um die Infektionen zu überwinden.

Das aus bescheidenen Verhältnissen stammende Fotomodell gehörte zwar nicht zu den Bekanntesten der Branche, hatte aber durchaus einigen Erfolg. Sie begann ihre Karriere mit 13 Jahren. Sie stand in China und Mexiko, in Japan und in der Türkei Modell. Wenn sie in São Paulo war, arbeitete sie zusammen mit ihrem 19-jährigen Freund nebenbei noch als Promotorin für einen Nachtclub. Wie viele in ihrer Branche hatte sie weder Kranken- noch Lebensversicherung, und wie viele soziale Aufsteiger in Brasilien unterstützte sie ihre Familie. Sie half ihrer Mutter und ihrem an Parkinson leidenden Vater beim Bau eines Eigenheims.

"Ich esse alles gerne", schrieb sie noch im vergangenen Jahr in einem Chat mit Fans. Später antwortete sie auf die Frage nach ihren Lieblingsspeisen mit einer Aufzählung der Marken teurer Einbauküchen. Im vergangenen April äußerte sich ihre Magersucht erstmals so deutlich als Krankheit, dass sie bei einem Shooting in Japan ins Krankenhaus kam und nach Brasilien zurückfliegen musste. Danach nahm sie wieder zu und wurde psychologisch behandelt. Doch sie bekam ihre Magersucht nicht in den Griff.

Lica Kohlrausch, die Chefin der Agentur, die sie unter Vertrag hatte, sagte, Reston sei kürzlich von europäischen Kunden zurückgewiesen worden, weil sie zu dünn sei, deshalb habe sie nach Brasilien zurückreisen müssen. Dass sie magersüchtig sei, habe man in der Agentur nicht bemerkt, sagte Kohlrausch. Anorexie sei in der Branche viel seltener als die Öffentlichkeit annehme.

Agentur bemerkte Anorexie nicht


Jenseits der Frage, ob die Agentur als Arbeitgeber zu unbekümmert mit Restons Problem umging - in Brasilien hat der Tod des Models Kritik an den Arbeitsbedingungen der Branche ausgelöst. Der Markt zwinge den Mädchen immer stärker seine Bedingungen auf, erklärte Helio Passos, Besitzer einer Model-Agentur in Rio de Janeiro: "Früher schneiderte man den Mädchen die Kleider auf den Leib, heute produzieren die Modefirmen Pilot-Modelle und suchen die Models dazu." Der Idealtyp der Modeindustrie werde immer jünger, sagte Mauro Fisberg, Chef eines auf Magersucht-Gefährdete spezialisierten Instituts der Bundesuniversität von São Paulo. Model-Karrieren hätten vor zehn Jahren im Alter von 15 bis 18 Jahren begonnen, heute verlange die Branche 13-, 14-Jährige. "Wegen des Drucks, den der Markt ausübt, legen sie oft ein Risiko-Verhalten an den Tag", sagte er.

Andererseits lehnen Modemacher mittlerweile zu dünne Models ab, so etwa Giorgio Armani, der sich hinter eine Kampagne der italienischen Regierung gegen die Idealisierung der Magerkeit stellte. Spanien hatte kürzlich die Beschäftigung von Models verboten, die weniger wiegen als das, was die Weltgesundheitsorganisation WHO als noch gesund ansieht - etwa 56 Kilo für 1,75 Meter große Frauen. Wolfgang Kunath

Jedes zehnte magersüchtige Mädchen stirbt

Am häufigsten betroffen sind die 14- bis 16-Jährigen. Zu den frühen Anzeichen einer Magersucht zählen Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, geringes Selbstwertgefühl und ständige Gewichtskontrolle. Auch zu viel Sport kann verdächtig sein.

 

 

 

25.11.06 18:57
 


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